Mit Pauken und Trompeten in den Kosovo
Mit Pauken und Trompeten in den Kosovo
Kosovoreise der TKM 25. - 29. Oktober 2007
Fünf Tage lang, vom 25. bis zum 29. Oktober, hielt sich die Trachtenkapelle Molzbichl im Kosovo auf. Grund dafür war eine Einladung des „Manoeuvre Battailon Dulje“ (österreichisches Bataillon) zur musikalischen Gestaltung der offiziellen 26. Oktoberfeier des Österreichischen Bundesheeres im Österreicher-Camp Casablanca bei Suva Reka.
Bereits die Anreise war abenteuerlich: Die 51 MusikerInnen flogen mit dem Militärflugzeug „Hercules C-130“ mit Pauken und Trompeten in den Kosovo. Kein leichtes Unterfangen, denn mindestens die Hälfte der MusikerInnen war minderjährig. Dazu kam noch, dass der Musikverein sein gesamtes Instrumentarium in den Reisekoffer packen musste.
Oberstleutnant Volkmar Ertl vom Jägerbataillon 25 aus Klagenfurt, Kommandant des 17. Kosovokontingentes: „Die Trachtenkapelle Molzbichl war ein ausgezeichneter Botschafter für Österreich. Die Kapelle brachte mit ihrer Musik ein Stück Heimat in den Kosovo.“ An der Feier nahmen circa 700 Personen teil, davon 460 österreichische Soldaten, Soldaten aus 20 anderen Nationen sowie hochkarätige Besucher aus Öffentlichkeit und Politik.
Neben einer eindrucksvollen 26. Oktober-Feier mit großem militärischen Zeremoniell, Marschshow und der Aufführung des großen Österreichischen Zapfenstreichs stand für die Musikerinnen an den restlichen Tagen Abenteuer pur am Programm: Es wurden weitere Konzerte veranstaltet, eine Panzerfahrt unternommen und das geschichtsträchtige Amselfeld („Kosovo Polje“) nördlich von Pristina.

Fotos: Bruno Planer
Durch den Kosovoaufenthalt der Trachtenkapelle Molzbichl wurde nicht nur den Soldaten vor Ort eine Abwechslung geboten, sondern auch die MusikerInnen bekamen einen Einblick in das Soldatenleben sowie in die kulturelle und politische Lage des Kosovos.
Für alle Interessierten findet am Samstag, den 8. Dezember am Abend im Kulturhaus Rothenthurn eine Foto- und Video-Präsentation über die Kosovoreise statt!
LESERBRIEFE - MusikerInnen berichten von der Kosoreise:
Leserbrief 1
Als ich erfuhr, dass wir im Rahmen eines Auftritts mit unserer Trachtenkapelle Molzbichl von 25.-29. Oktober in den Kosovo fliegen sollten, hatte ich zuerst ein ungutes Gefühl. Mit einer Maschine des Bundesheeres erreichten wir den Kosovo. Die Soldaten freuten sich über den Gruß aus der Heimat. Außerhalb des Camp Casablanca präsentierte sich uns die Gegend sehr trostlos. Trotz neuer Häuser zeugen immer noch einige Ruinen vom Krieg. Überall lag Müll herum, da die Müllabfuhr seit drei Jahren streikt bzw. es gar keine Müllabfuhr gibt. Bei unserem privaten Rahmenprogramm besuchten wir eine Tropfsteinhöhle und das Amselfeld (Kosovo Polje) und hatten die Möglichkeit in einem Panzer mitzufahren. Ich bin froh, dass ich – trotz anfänglicher Zweifel – mitgefahren bin. Außerdem bin ich stolz, dass es österreichische Soldaten gibt, die vor Ort helfen. Trotzdem bin ich erleichtert, dass Österreich mit seiner Lebensqualität und Stabilität meine Heimat ist, da ich mir nicht vorstellen kann, so zu leben.
Stephanie Mitterer (14) aus Unteramlach, Saxophonistin beim Musikverein Trachtenkapelle Molzbichl
Leserbrief 2
Wir, die Trachtenkapelle Molzbichl, besuchten vom 25. Oktober bis 29.Oktober den Kosovo. In diesen Tagen lernten wir das Soldatenleben kennen. Wir persönlich konnten uns nie sehr viel darunter vorstellen, was unsere Soldaten im Kosovo leisten. Für uns war der Nationalfeiertag immer einfach nur ein freier Tag, aber im Kosovo konnten wir ihn feiern wie es sich normalerweise gehört. Wir konnten einige Soldaten kennen lernen und wissen daher, dass sie ihre Arbeit gerne machen. Es ist bewundernswert, wie diese Soldaten mit der Situation im Kosovo umgehen.
Valentina Staber (16, aus Großegg), Klarinettistin bei der TKM und Michaela Raml (17, aus Großegg, Saxophonistin bei der TKM
Leserbrief 3
Unsere Reise in den Kosovo war sehr abenteuerlich. Für viele war es der erste Flug im Leben, und dann gleich mit dem Militärflugzeug „Hercules“! Wir haben während der fünf Tage sehr viel erlebt. Beispielsweise haben wir während strömendem Regen eine Panzerfahrt unternommen, was uns sehr viel Spaß gemacht hat. Wir lernten aber auch das Land, die Kultur und die Menschen im Kosovo kennen. Wenn man sieht, wie diese Menschen leben, erkennt man, wie schön und wie sicher es bei uns in Österreich ist. Überall lag Müll herum, die Straßen waren uneben und teilweise nicht asphaltiert und das Gebiet ist so vermint, dass man sich nicht von der Straße wegbewegen darf. Wir haben auch sehr viele Soldaten kennen gelernt, die sehr nett zu uns waren. Aufgefallen ist uns auch, wie viel Bürokratie hinter dem Bundesheer steckt: Andauernd wurden wir kontrolliert, unser Gebäck wurde von Drogenhunden untersucht – doch diese Sicherheitsmaßnahmen sind sicherlich notwendig, auch wenn sie uns nervten.
Besonders schön war die 26. Oktoberfeier! Zuhause ist es nur ein schulfreier Tag, aber im Kosovo wurde der Tag andächtig gefeiert.
Wir sind stolz darauf, dass wir als Trachtenkapelle Molzbichl Österreich im Kosovo vertreten durften. Dadurch wird unser Musikverein sicherlich auch international bekannter, da uns viele Vertreter aus dem Ausland zugesehen haben und wir auch Kontakte knüpfen konnten.
Wir wären sehr dankbar, wenn wir wieder in den Kosovo fahren dürften und noch einmal dazu eingeladen werden würden, die 26. Oktoberfeier des Österreichischen Bundesheeres im Kosovo zu gestalten.
Stephanie Olsacher (14, aus Olsach – Posaune) & Stefanie Lagger (14, aus Kleinegg – Trompete)

